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| Einhandsegler vom Bodensee |
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| Montag, 04. Mai 2009 um 09:25 |
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Einhandsegler vom Bodensee Autor: Michael Hartwig Nachdem Joshua Slocum in seinem umgebauten Fischfang-Schoner “Spray“ im Juli1898 wieder in Bosten anlegte, feierte man ihn als ersten Einhandsegler dem die Erdumseglung gelang. Vielen die es später ebenfalls wagten war er Vorbild und Wegbereiter. Einen Dämpfer bekam die Begeisterung aller Segler als Slocum im November 1909 mit der Spray in den riesigen Orinoko startete und dann verschollen war. Über diese Ereignisse, auch von Fahrten anderer Segler, berichteten die Medien weltweit. Trotzdem war der abenteuerliche Drang mit einem Boot hinaus zu fernen Ländern zu segeln ungebrochen. Dabei entwickelte sich, vor allem bei den Einhandseglern, der Ehrgeiz Atlantiküberquerungen in möglichst kleinen und einfachen Booten, mit minimaler Ausrüstung, zu bestehen. Vollkommen alleine, die Verpflegung abgezählt, einfachste Navigationsgeräte und fernab der Schifffahrtslinien starteten die Verwegenen zur Atlantiküberquerung. Wichtig für alle waren neu erstellte Karten auf denen, je nach Jahreszeit, die verschiedenen Strömungen im Nord- und Südatlantik eingetragen waren. Zum Beispiel liegt im Sommer vor den Azoren ein Nordatlantikhoch von Portugal und Afrika bis zu den Bermuda -und Karibikinseln. Es lässt die Strömungen im Uhrzeigersinn fließen und schiebt vor Nordamerika den Golfstrom an. Obwohl die Angaben recht großflächig waren, konnten viele Segler die richtigen Strömungen finden. Einer der geradezu auf sie angewiesen war und unglaubliches unternahm kam vom Bodensee, er hieß Franz Romer. Franz Romer war 1899 in Dettingen, bei Konstanz auf einem Bauernhof, geboren. Wie oftmals in der Berufsschiffahrt zog und zieht es noch heute junge Leute mit Fernweh, aus dem Süden Deutschlands, in die Häfen an die Norddeutsche Küste um dort anzuheuern. So war es 1916 auch bei Romer. Er begann auf einem Fischkutter. Ein Jahr später kam er zur Kaiserlichen Marine fuhr dort Einsätze in der Ostsee und wurde verwundet als das Schiff auf eine Mine lief. Nach Kriegsende fuhr er auf verschiedenen kleinen und großen Dampfern, unter anderem auch auf einem Frachtschoner. Über 300 000 Seemeilen in über 170 Reisen, rund um die Welt, legte er als Steuermann und Kapitän bis 1927 zurück. Was ihn im Herbst des gleichen Jahres zu seinem verwegenen Plan, den Atlantik in einem Faltboot überqueren zu wollen bewog, ist nicht mehr heraus zufinden. Es war die Zeit des Aufbruchs und der Abenteuer. Vielleicht hat ihn Charles Lindberg animiert. Der war am 20.und 21.Mai 1927 alleine über den Atlantik geflogen. Auf jeden Fall, die Unternehmung war ihm ernst und er fuhr nach Rosenheim zu den Klepperwerken. Anfänglich war man dort von seinen Plänen nicht sehr begeistert. Romer wollte sein Paddelboot größer, breiter und segelfähig haben, außerdem sollten zusätzliche Rippen und Träger einen größeren Stauraum ermöglichen. Das Boot sollte eine Länge von etwa sechseinhalb Metern, eine Breite von fast einem Meter haben und zusätzlich etwa 250 Kg Zuladung tragen. Romer finanzierte das Boot selber und konnte die Klepperleute von seinen Plänen überzeugen. Bald unternahm er erste Versuchsfahrten auf dem Bodensee um Verbesserungen anbringen zu lassen. So erhielt das Boot zum Beispiel auf beiden Seiten Luftschläuche zur Stabilisierung gegen ein Umschlagen. Der zweieinhalb Meter hohe Mast war für ca. fünf Quadratmeter Segelfläche ausgelegt, zusätzlich konnte eine Spiere für ein kleines Rahsegel aufgezogen werden. Sollte in das Boot bei stürmischem Seegang viel Wasser eindringen würden sich zwei Luftbehälter in den Spitzen, durch Reaktion von Karbid, mit Gas füllen. Auch an eine, mit den Füßen bewegbare, Lenzpumpe hatte Romer gedacht. Am 28.März 1928 war es dann soweit. Er hatte sein Boot auf den Namen “ Deutscher Sport“ getauft, hatte es von Hamburg aus mit einem Frachtschiff nach Lissabon befördert und startete von dort aus seine Einhand-Atlantiküberquerung. Wegen des hohen Seeganges musste er an der Algarve-Küste an Land gehen und zwei Wochen pausieren. Dann ging es weiter zu den Kanarischen Inseln doch hier war schon die grobe Atlantikdünung zu spüren. Er konnte nicht essen oder schlafen und musste sogar einen Treibanker ausbringen. Die Spritzplane um seine Sitzmulde bekam einen Riss, er musste Wasser lenzen. Dann drehte der Wind auf Nord und wurde noch stärker. Viele Tage musste er nun, fast unbeweglich und verkrampft, in dem kleinen Wasserfahrzeug aushalten und fühlte seine Erschöpfung. Zweifel überkamen ihn, denn der weite Atlantik lag noch vor ihm. Endlich am 27.April, nach über zehn Tagen. erreichte er den Strand von Lanzarote. Danach setzte er über nach Las Palma und musste sich über vier Wochen von den Strapazen erholen. Die Behörden wollten ihn nicht weiterlassen und verweigern die Ausklarierung. Doch Romer startete, begleitet von vielen Zuschauern, am 2.Juni zur Atlantiküberquerung. Sein Ziel lag nun in 3000 Seemeilen Entfernung.
Bild1: Ein ähnliches Klepperboot mit Besegelung benutzte Romer. Heute sind die Boote mit integrierten Kenterschläuchen ausgerüstet. |





